Adaption von Traditionen

Das Christentum hätte seine Erfolge nicht erzielen können, hätte es nicht stets an bestehende Traditionen angeknüpft. Orte wie der Berg Říp in Nordböhmen sind bekannte und auch heute noch besuchte Beispiele. Schon früh wurde das Heiligtum in eine gesamtböhmische Geschichtserzählung einbezogen – die Patrone der 1126 dort durch Soběslav I. neu erbauten Kapelle sind St. Georg, der Überwinder des Bösen, Patron der Ritter und Kämpfer sowie Bischof Adalbert von Prag. Dies gilt auch für die Orte der Bistumsgründungen, die nicht ohne Bedacht ausgewählt wurden.


Eiusdem etiam temporis curriculo capella in monte Rzip nuncupatur. Sobezlaus dux serenissimus destructam reconstruxit, quam Zdik, sanctae Olomucensis ecclesiae venerabilis episcopus, pristino dotis iuri restauratam cum summa reverentia consecravit. [Während dieser Zeit baute auch der erlauchte Herzog Soběslav die zerstörte Kapelle auf dem Berg, der Říp genannt wird, wieder auf und nachdem sie mit ihrer früheren Ausstattung hergestellt war, weihte sie Zdik, der ehrwürdige Bischof der Olmützer Kirche auf das Feierlichste ein.]“ schreibt der Kanoniker vom Vyšehrad in seiner Fortsetzung der Chronik des Cosmas von Prag. (ed. KÖPKE 1851 (MGH SS 9), S. 133). – Anlass war der Sieg über Kaiser Lothar III. in der Zweiten Schlacht bei Chlumec. Die Weihe erfolgte durch Bischof Heinrich Zdík von Olmütz. 1143 schnkte Vladislav II. den Berg dem Prämonstratenserstift Strahov.

Verbunden mit der weltlichen Herrschaft

Die Zuordnung zum jeweiligen Fürsten, von dem die Gründung der Diözesen ausging oder mit dem sie zumindest abgesprochen wurden, zeigt sich in der räumlichen Situation. Die meisten Bischofssitze der Region Mitteleuropa waren in unmittelbarer Nähe zum Herrschaftssitz gelegen. In Prag, Meißen, Olmütz und Krakau jeweils direkt in der Burg, in Breslau in der Nähe der herzoglichen Burg auf der Dominsel.